Baby, Kind, Mama Talk, Mamaglück

Mama Talk – eine Mama erzählt

Ihr Lieben,

ich freue mich sehr euch heute die liebe Daniela – mama.und.mehr  im Mama Interview vorstellen zu dürfen! Auch uns beide verbindet Instagram – und eine gemeinsame Panik vor dem Stillen in der Schwangerschaft 😉 Aber lest doch bitte selbst:

Ich bin Daniela und so gut wie 30, macht mir allerdings nichts aus.

Ich lebe mit meinen Freund und unseren 2 Kids in Aachen. Neben den Mama sein bin ich vor kurzer Zeit wieder ins Berufsleben eingestiegen und diese doppelte „Belastung“ gefällt mir sehr. Ich  habe Pädagogik der Kindheit und Familienbildung studiert, was mir im Job definitiv weiterhilft, privat ehr nicht so. Als Mama nimmt das Herz und der Bauch die Zügel in die Hand und der Verstand kommt da nicht immer gegen an.

Hätte ich mehr Freiezeit würde ich sicherliche viel mehr lesen, nähen, schlafen und bestimmt auch etwas Sport treiben. Aber ich bin mir sicher, dass dazu irgendwann auch wieder genug Zeit da sein wird.

Habts fein, Daniela

Interview mit Daniela – mama.und.mehr 

An welche Gedanken in der Schwangerschaft kannst du dich besonders gut erinnern? 

Bei meiner ersten Schwangerschaft drehten sich meine Gedanken am meisten um das Stillen, allein bei dem Gedanken bekam ich Bauchschmerzen. So war für mich schnell klar, dass ich mein Kind nicht stillen möchte. In Schwangerschaftskursen und auch bei Freunden und Bekannten, stand ich mit dieser Meinung aber ziemlich allein. Jeder versuchte mir einzureden, dass ich stillen muss, dass es das Beste für das Kind sei. Aber egal wie viele Gedanken ich mir drüber machte und wie viel ich auch las, ich konnte mich mit diesem Gedanken einfach nicht anfreunden. Meiner Hebamme, erzählte ich von meinen Gefühlen und Gedanken, sie war sehr verständnisvoll und sagte mir, dass es weder dem Kind noch mir gut tun würde, wenn ich mich zum stillen zwingen würde und mir das ganze solche Bauchschmerzen mache. Sie gab mir den Rat, mein Kind nach der Geburt anzulegen, so bekäme es die Vormilch die ja sehr wichtig ist und ich bekäme direkt ein Gefühl, ob ich das Stillen wirklich so schlimm finden würde – und abstillen könne ich dann ja immer noch. Auf diesen Weg konnte ich mich sehr gut einlassen. Leider verlief die Geburt nicht Komplikation frei, und ich bekam Hanna erst einige Stunden nach der Geburt, weder mir noch den Hebammen gelang es, sie anzulegen und so stillte ich ab und Hanna bekam von Anfang an die Flasche.

Bei meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich dieses Gefühl überhaupt nicht, dieses mal  wusste ich von Anfang an, dass ich gerne stillen möchte.

Wie hast du die Geburt empfunden, wie war dieses Erlebnis für dich?

Meine erste Geburt verlief nicht so gut. Es fing gut an, ich fühlte mich im Krankenhaus sehr wohl und verbrachte die Zeit, bis der Muttermund vollständig geöffnet war, in der Wanne. Die Schmerzen waren auszuhalten und ich weiß, dass ich noch dachte: „ist ja gar nicht so schlimm, so ne Geburt“. Doch leider lag Hanna nicht richtig im Becken. Wir versuchten es mit einigen Übungen und die Schmerzen wurden sehr viel schlimmer. Die Hebamme riet mir zu einer PDA, damit ich Hanna besser helfen kann ins Becken zu rutschen. Doch Ihre Herztöne wurden plötzlich schlechter, so dass sie per Notkaiserschnitt geholt werden musste. Es musste so schnell gehen, dass ich eine Vollnarkose bekam. Ich erinnere mich noch, dass ich einige Zeit später erst aufwachte und meinen Freund mit Hanna im Bett liegen sah. Ich konnte es zuerst gar nicht realisieren, dass das mein Kind ist, dass ich nicht mehr schwanger bin und die Geburt vorbei. Da ich mitten drin einfach raus gerissen wurde. Julian konnte zum Glück spontan geboren werden, auch wenn die Schmerzen unglaublich stark waren (für eine PDA war es diesmal zu spät) empfand ich es als viel schöner und würde mich immer wieder für diesen Weg entscheiden.

Baby und Schlafen – wie sind deine Erfahrungen ?

Schlafen können unsere Kinder beide nicht gut. Hanna schlief am Anfang nur auf unserem Arm ein und auch heute fast 5 Jahre später würde sie lieber eng an uns gekuschelt einschlafen als in ihrem Bett. Wir dachten uns, dass es sicherlich an uns lag, das wir Hanna als Baby immer bei uns haben wollten, war ja schließlich unser erstes Kind also stand schnell fest, dass wir bei Julian alles anderes machen werden, dass wir ihn schnell dran gewöhnen auch in seinem Bett einschlafen zu können. Aber auch er fordert unsere Nähe ein und schläft am besten, wenn er bei uns ist. Ich  glaube mittlerweile, dass Kinder sind wie sie sind, dass sie einfordern, was sie brauchen, und das sollen sie auch bekommen.

Hast du irgendwelche Baby Ratgeber gelesen / Empfehlungen?

Ne –  klar hab ich immer  mal wieder irgendwo rein geschaut, Apps wie „Ohje ich wachse“ auf dem Handy installiert. Aber ich finde im Grunde verunsichert es einen nur. Ich denke, dass man als Eltern sehr viel instinktiv richtig macht und sich nicht von Meinungen andere beirren lassen soll. Denn wenn bei anderen etwas super klappt, heißt das nicht das es bei einem selber genau so gut klappt. Und dann kommt schnell Frust und Unsicherheit auf.

Welche Grenzerfahrungen hast du als Mama gemacht?

Das schlimmste für mich ist wohl der Schlafentzug. Abends nicht schlafen zu können wenn man müde ist, sondern dann wann das Kind es zu lässt. Klar man gewöhnt sich an alles, auch daran in der Nacht mehrfach aufzustehen. Aber mal wieder abends mit einem Buch ins Bett zu gehen, einzuschlafen wenn man müde ist und wieder aufzuwachen, wenn man ausgeschlafen ist, wäre schon eine feine Sachen. Ich weiß aber, dass es Mütter gibt die Nachts noch öfter aufstehen müssen und morgens noch früher aus dem Bett gerufen werden, von daher jammer ich wahrscheinlich schon auf hohen Niveau.

Wie wichtig ist für dich die Meinung anderer im Bezug darauf wie du mit deinen Kindern umgehst und hast du hier schon Erfahrungen gemacht?

Ich merke das es mich ärgert, wenn andere Mütter mich kritisieren, warum hat das Kind keine Mütze an? Warum bekommt es die Flasche? Wie du gehst wieder arbeiten? So früh geht es schon in die Betreuung? Ich finde Mütter untereinander sind echt fies. Wir sollten viel mehr zusammen halten uns bemitleiden, dass wir wieder so wenig geschlafen haben statt zu lästern wie müde XY wieder aussieht. Ich finde auch, dass man oft zu schnell urteilt, denn man kennt selten die ganze Geschichte und Gründe für das Handeln anderer.

Wie empfindest du den Altersunterschied deiner Kinder?

Meine Kinder sind 4 Jahre auseinander und für mich ist das so perfekt und war auch von Anfang an so klar. Ich denke, jeder Altersunterschied hat seine Vor- und Nachteile. Die Frage ist nur was man selbst tragen kann und 2 Kleinkinder hätten meine Nerven nicht mitgemacht. Für mich war es auch wichtig, zwischen den beiden Schwangerschaften noch mal arbeiten zu gehen und mein Konto zu füllen, denn in der Elternzeit sitzt das Geld ja immer etwas knapper.

Was bedeutet Mutter sein für dich?

Mutter sein bedeutet für mich eine große Verantwortung. Man ist plötzlich nicht mehr nur für sich verantwortlich, sondern für einen weiteren Menschen der einem zu hundert Prozent vertraut, das du alles für ihn gibst. Dieses alles geben finden ich oft sehr schwer, so dass es auch oft Anstrengung für mich bedeutet, dass Mama sein. Es bedeutet für mich auch ein Stück von einem Selbst aufzugeben um für den anderen alles geben zu können. Die Liebe die man zum eigenen Kind empfindet, lässt sich für mich kaum beschreiben und ist manchmal sogar schon absurd. So wünsche ich mir oft eine Auszeit, habe ich sie dann kann ich nicht aufhören auf mein Handy zu gucken, und mich zu erkundigen, ob es ihnen gut geht. Mama sein bedeutet, dass das eigene Herz von nun an auch außerhalb schlägt und man immer miteinander verbunden ist. Ob es nun anstrengend ist oder nicht.

Deine größte Stärke und deine größte Schwäche als Mama?

Ich glaube dass meine Stärke gleichzeitig meine Schwäche ist. Ich würde alles dafür geben, dass es meinen Kindern gut geht und an nichts fehlt, ich ertrage es kaum wenn es ihnen schlecht geht, sie Kummer oder Sorgen haben. Was dazu führt, dass ich oft wenig konsequent bin. Zum Beispiel abends.. Hanna soll lernen alleine in ihrem Zimmer einzuschlafen, was sie nicht möchte, sie weint, schreit und meckert rum. Mit ihrem weinen hat sie mich jedoch direkt in der Hand, da ich es nicht ertrage, dass sie weinend einschläft, also begleite ich sie in den Schlaf, das weiß sie genau.

Gehen deine Kinder in den Kindergarten und wenn ja wie war die Eingewöhnung? 

Hanna ist mit einem Jahr zu einer Tagesmutter gegangen, die Eingewöhnung war sehr leicht. Hanna hat sich sehr wohl gefühlt und auch der Übergang in die Kita mit 2 Jahren war kein Problem, sie besucht die Kita auch jetzt noch sehr gerne und der Abschied morgens ist nie ein Thema. Julian wird mit 1 ½ in die Kita gehen, bei ihm könnte ich mir vorstellen, dass die Eingewöhnung etwas länger dauern wird. Aber da er ein Jahr gemeinsam mit seiner Schwester die selbe Einrichtung besuchen wird, hoffe ich dass es ihm so leichter fällt und er sich schnell wohl fühlen wird.

Habt ihr Rituale?

Ich weiß, dass Rituale sehr wichtig sind und finde das wir zu wenig haben. Ich würde gerne mehr einführen, scheitere dann aber immer wieder an mir selbst, da Veränderungen eben auch Arbeit heißen. Der Abend und der Morgen laufen hier aber immer ziemlich gleich ab und auch zu den selben Uhrzeiten.

Du hast kürzlich wieder angefangen zu Arbeiten – wie war dieser Schritt für dich und deine Kinder?

Ich habe mich sehr drauf gefreut wieder arbeiten zu gehen, wieder mehr raus zu kommen aus dem Alltag und wieder eine andere Rolle als „nur“ Mutter zu sein anzunehmen. Für Hanna war es kein Problem sie sagte neulich zu mir „schön Mama, dass du endlich wieder Arbeit hast“ sie kennt es auch mit Papa allein zu sein und das ist für sie gar kein Problem. Julian fällt die Trennung manchmal etwas schwerer aber er beruhigt sich schnell wieder und wird sich genau so schnell wie Hanna dran gewöhnen, auch mal einen Tag mit Papa allein zu sein. Ich habe gemerkt, dass ich die zwei nach kurzer Zeit aber schon sehr vermisst habe und immer mal wieder eine Rückmeldung von zu Hause brauchte, wie es läuft. Aber ich bin mir sicher, dass auch ich mich noch dran gewöhnen werde 😉

Was ist ganz anders gekommen, als du es dir als „Nicht Mama“ vorgestellt hast?

Ehrlich gesagt dachte ich immer, dass das Mama sein super einfach wäre, eine Sache die man einfach kann, was Selbstverständliches. Allerdings empfinde ich dieses Mama sein als ziemlich anstrengend. Man muss sich selbst als Mama kennen lernen, wie erziehe ich, wie erzieht der Partner, ist man sich einig oder muss man seine Rollen erst wieder neu finden. Wie oben schon beschrieben ist man nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich, sondern plötzlich noch für einen anderen Menschen. Ich finde, dass so eine Geburt alles ziemlich auf den Kopf stellt und egal, was man sich vorher ausgemalt hat, ob man sich sicher war, dass Kind schläft niemals mit im Bett, oder ich werde super locker und entspannt sein und das Leben weiter leben wie bisher. Wie man ist, wenn man Mutter ist, weiß man erst wenn man sein Kind im Arm hält und die Welt erst mal Kopf steht.

Ein herzliches Dankeschön für dieses tolle und ehrliche Interview! Ich bin wirklich richtig gerührt und finde es klasse, dass du auch zugeben kannst, dass Mama sein eben nicht nur Sonnenschein bedeutet sondern auch richtig anstrengend sein kann. Und für mich ist es immer wieder spannend Jemandem zu begegnen, der auch solch eine Stillpanik hatte. Heute als Langzeitstill-Mama kann ich meine Gefühle kaum noch nachvollziehen und doch kann ich diese Angst so gut verstehen. Ich danke dir!

Besucht Daniela doch gerne auf Instagram: https://www.instagram.com/mama.und.mehr/

Alles Liebe und Aloha,

eure Janet

 

Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Das könnte dir auch gefallen

Ich freue mich über deinen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar