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Geburtstvorbereitungskurs – Ablauf und Themen

Sol ich einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen?

Zuerst war ich total dagegen einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Solche Gruppenveranstaltungen sind generell nicht so mein Ding und irgendwie hatte ich ein fürchterliches Bild in meinem Kopf: Wie ich hechelnd bei irgendwelchen dummen Atemübungen mit lauter fremden Frauen im Kreis sitze und vor mich hin japse…Ja, mein Kopfkino hat hier sämtliche Szenarien abgespielt. Ähm nein, danke!

Dann hat mir aber eine Freundin so von ihrem Kurs vorgeschwärmt, dass ich mir dachte, ich geb dem ganzen mal ne Chance. Wenn nicht war ich einmal da und die sehen mich nie wieder. Sind ja schließlich 6 Abende.

Bei mir war ganz praktisch, dass der Geburtsvorbereitungskurs von meiner Hebamme geleitet wurde. Mit ihr hatte ich ja schon im Frühstadium der Schwangerschaft (als mir Dauerübel war) Bekanntschaft geschlossen und der Kurs fand auch direkt bei uns um die Ecke statt. Besser gehts gar nicht.

Ablauf und Inhalt des Kurses 

Insgesamt waren wir 8 Frauen. Alle im Alter zwischen 27 und 37 und +- 6 Wochen um die 30 SSW bei Kursbeginn.

Tatsächlich war ich vom Kurs sehr positiv überrascht. Nicht nur, dass die Hebamme und die Mädels durch die Bank weg alle symphatisch sind. Auch der Kursinhalt war richtig interessant und ich hab doch sehr viel erfahren, was ich vorher nicht wusste oder mich einfach nicht interessiert hat.

Der Kurs fand an 6 Donnerstagen abends um 19 Uhr statt und hat je 2 Stunden gedauert. Die Zeit verging zwar im Flug, aber mit zunehmender Schwangerschaft wurde das lange Sitzen Abends wirklich anstrengend. Egal ob liegend auf der Matte, sitzend auf einem Kissen oder auf dem Pezziball…Wenn ich nochmal einen Kurs besuchen würde, würde ich schauen, ob es eine Morgenausgabe davon gibt, da man im Mutterschutz ja auch wunderbar Zeit dafür hat. Ich war abends jedenfalls immer sehr erschlagen.

Unsere Hebamme hat den Raum immer sehr gemütlich hergerichtet: Auf dem Boden waren Matten, Kissen und Pezzibälle verteilt. In der Mitte standen Schwangerschaftstee, Süßigkeiten und jede Menge Infomaterial und Gratispröbchen hatte sie auch jedes Mal dabei.

Das Programm war bunt gemischt

Im ersten Kurs gab es zu Beginn natürlich eine kurze Vorstellungsrunde. Dann wurde nach Schwangerschaftsbeschwerden gefragt. Ich hatte zu dieser Zeit tierisch Probleme mit meinem Ischiasnerv. Einige andere auch. Hier hat uns die Hebamme dann gleich tolle Lockerungsübungen gezeigt, die tatsächlich Linderung gebracht haben. Sie hat uns Allgemein den Ablauf der Geburt geschildert und etwas aus ihrem Hebammen Nähkästchen geplaudert. Der Unterschied zwischen einer normalen Geburt und einem Kaiserschnitt wurde besprochen. Als Hebamme ist sie allerdings sehr gegen einen nicht absolut medizinischen Kaiserschnitt eingestellt, dass fand ich teilweise schon sehr heftig. Bin der Meinung, dass sollte jede Frau für sich selbst entscheiden.

Beim nächsten Abend verteilte Sie zu Beginn Kärtchen mit Fragen rund um die Geburt an uns. Anschließend wurden die Fragen gemeinsam beantwortetet und diskutiert. Das haben wir dann jeden Abend gemacht.

  • Was ist ein Blasensprung?
  • Was versteht man unter Kindspech?
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt?
  • ….

Danach gab es Atem und Entspannungsübungen. Die hatten allerdings überhaupt nichts mit meinem Kopfkino gemeinsam ;-). Tatsächlich taten die Übungen richtig gut und ich kann mir auch vorstellen, dass das unter Geburtsschmerzen tatsächlich hilft. Zumindest bei den Vorwehen hat es mir schon geholfen. Ich habe gelernt meinen Körper nicht anzuspannen, zu verkrampfen und den Schmerz über mich ergehen zu lassen sondern ihm mit gezielter Atmung entgegenzuwirken.

Der 3. Abend war dann endlich mit unseren Männern. Hier muss sich sagen: Ich hätte mir gewünscht, dass mein Mann immer dabei gewesen wäre. Es war alles auch für ihn super spannend. Würde ich mich nochmal zu einem Kurs anmelden, würde ich einen suchen bei dem die Männer auch bei allen Kursen dabei sind. Bei meinem Kurs war das leider nur an 2 von 6 Abenden der Fall.

Im Kurs mit den Männern wurde der genaue Ablauf einer Geburt besprochen und wie der Mann seine Frau tatkräftig unterstützen kann, damit diese so angenehm wie möglich verläuft. Es wurden uns Massagetechniken zur Entspannung während der Geburt gezeigt. Wir haben die verschiedenen Geburtsstellungen über seitlich liegend bis zum Vierfüßlerstand besprochen. Und auch den Männern wurden die Atemübungen gezeigt, damit sie uns diese unter dem Geburtsstress nochmal in Erinnerung rufen könnnen.

Kurs Nummer 4. drehte sich hauptsächlich um das Thema Stillen. Uns wurde erklärt, warum Muttermilch das Beste für das Kind ist. Welche Fläschchen geeignet sind um eine Saugverwirrung zu vermeiden. Tipps und Tricks rund ums Thema Stillen. Welche Stilltechniken es gibt usw.

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Am 5. Abend waren die Männer wieder mit dabei. Hier wurden bunt gemischt alle Fragen diskutiert, die wir vor der Geburt noch auf dem Herzen hatten. Um was muss sich der Mann in der Klinik kümmern (Anmeldung etc.). Wie lange dauert eine Geburt durchschnittlich? Woran erkennt man denn jetzt das es wirklich losgeht? Vorbereitung fürs Krankenhaus: Was muss in die Kliniktasche. Wie kann ich Geburtswehen von Vorwehen unterscheiden? Wann muss ich ins Krankenhaus?

Eine ganz tolle Idee: Wir sollten uns gegenseitig einen Brief schreiben, wie wir uns jetzt gerade fühlen. Was wir vom Partner als Familie erwarten. Was uns Wichtig ist und was aus unserem bisherigen Alltag wir unbedingt beibehalten wollen. Die Briefe schickt die Hebamme erst 3 -5  Monate nach der Geburt des Kindes ab. Eine sehr süße Idee, die den dann evtl. etwas stressigen Alltag bestimmt versüßt.

Der letzte Abend war dann tatsächlich schon etwas beschwerlich. Ich hatte nämlich direkt im Kurs sehr starke Wehen. Daher wurde dann auch nochmal der Ablauf von Wehen besprochen und dass diese auch ganz schön fieß über den Rücken kommen können. Anschließend hat die Hebamme uns dann noch ihre Lieblingsprodukte von Schnuller über Stilleinlagen bis hin zur Babydecke gezeigt. Was man braucht und was absolute Geldverschwendung ist..

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Nun sind wir sehr gespannt, wer von uns zuerst sein Baby auf die Welt bringt und wie die einzelnen Geburten so verlaufen. Wir haben aber abgemacht uns bis es soweit ist weiterhin einmal wöchentlich zum Kaffee, Abendessen, Weihnachtsmarkt zu treffen und den Kontakt auch anschließend mit unseren Kids beizubehalten.

Ob ihr euch letztendlich für einen solchen Kurs begeistern könnt, müsst ihr selbst entscheiden. Ich kann euch nur empfehlen es zumindest mal auszuprobieren. Ich fand vorallem den Kontakt zu den anderen Mädels und den Austausch toll. Schließlich geht es uns doch momentan irgendwie allen gleich.

Der Kurs wird übrigens komplett von der Krankenkasse erstattet.

Hast du auch einen Geburtsvorbereitungskurs besucht? Wie waren deine Erfahrungen?

 

 

 

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