Baby, Glück, Kind, Mamaglück

Erwartungen an das Leben, die Liebe und das Kind

„Was unser Leben am meisten durcheinander bringt, ist das Bild in unseren Köpfen das uns sagt, wie es auszusehen hat.“

Vom Leben erwarten wir eine Menge. Einen super Job, der uns nicht unterfordert aber auch nicht überfordert, der nicht langweilig ist aber  auch nicht zu anstrengend, wo das Geld nur so fließt, man aber nicht all zu viel dafür tun muss.
Ein Haus mit Garten, Mann, Kind, Hund und natürlich hübsche Autos in der Einfahrt. Nach der Arbeit trifft man sich mit Freunden oder lässt den Tag gemütlich auf dem Sofa ausklingen. Das Haus ist immer sauber, ordentlich und sieht aus wie bei Ikea. Die Anziehsachen passen alle zusammen und man sieht jeden Tag super aus. Am Wochenende geht man feiern, trifft sich mit Freunden und Bekannten in einer Bar und lacht bis die  Sonne aufgeht. Man ist stets gut gelaunt, ausgeschlafen, fliegt mehrfach im Jahr in den Urlaub und regnen tut es eh nicht. Happy Sunshine Life eben.
Man erwartet so viel und am Ende wird man enttäuscht. Denn es wird regnen, der Job an einigen Tagen anstrengend sein und der Dreck taucht in der Wohnung schon wieder auf, wo man doch die Betten gerade erst frisch bezogen hat. Das Geld wird nicht immer für mehrere Urlaube im Jahr reichen und es wird Tage geben, an denen man besser im Bett geblieben wäre, denn egal wie viel Mühe man sich vor dem Spiegel gibt, die Haare machen was sie wollen und dieser Pickel ist hartnäckiger als das Make-Up.

Und die armen Liebe, von der erwarten wir wohl das Meiste. Wir erwarten die große Liebe, diese Schmetterlinge im Bauch, die niemals davon fliegen. Romantik und Kerzenschein, Aufmerksamkeit, kleine Geschenke, diese Blicke, Aufregung und Spannung, 10001. Dates, jede Nacht umschlungen einzuschlafen und wieder aufzuwachen, endlose SMS an einem Tag, die Gedanken immer beim Anderen.
Aber auch hier flattern die Schmetterlinge irgendwann davon und jede so romantische Kerze ist mal abgebrannt und der Alltag stellt sich ein.

Erwartungen an unsere Kinder

Die meisten Eltern haben hohe Erwartungen an ihren Nachwuchs und sind sich dessen oft gar nicht bewusst. Schon in der Schwangerschaft beginnen diese Erwartungen und Hoffnungen, denn vom eigenen Kind erwartet man ne Menge. Die meisten Eltern projezieren eine Wunschvorstellung ihres ungeborenen Kindes:  Es soll am besten ein „Anfängerbaby“ werden und süß aussehen sowieso. Es soll durchschlafen, sich gut ernähren, Süßigkeiten links liegen lassen und sich für den Apfel entscheiden. Süß und lieb sein, wenn man wo anders ist und sich auch zu Hause mal alleine beschäftigen können. Natürlich soll es auch beim ersten Mal hören und im Supermarkt keine Szene machen, wenn es keine 10 Überraschungseier bekommt. Es soll Fußball spielen wie Papa und sprachlich begabt sein wie Mama und natürlich wird es die Leidenschaft zur Musik teilen. Diese Vorstellungen sind natürlich und verständlich aber leider nicht hilfreich.
Denn: „Ääääääääätttttttsccchhhhhh“ keine Chance! Kinder sind Kinder! Ein Teil liegt in den Genen und sicherlich können wir viel über die Erziehung mitgeben. Aber jedes Kind ist Einzigartig und sollte nicht von uns so geformt werden wie wir es uns wünschen. Das Kind als eigene Persönlichkeit zu akzeptieren ist der wichtigste Schritt! Es mit all seinen Schwächen aber auch seinen Stärken (die vielleicht in anderen Dingen liegen als von uns erwartet) zu akzeptieren. Kinder, die keine musikalische Begabung haben, glänzen vielleicht als Sportskanone. Wenn Kinder uns enttäuschen, liegt es meist an uns selbst. An unseren falschen oder viel zu hohen Erwartungen und nicht an unseren Kindern!

Wir sollten unsere Erwartungen runterfahren

Also warum erwarten wir so viel? Warum ist uns nicht einfach bewusst, dass das Leben auch mal scheiße ist, die Liebe auch das größte Arschloch sein kann und das Kind eben ein Kind ist!
Würden wir nicht viel besser mit dem Regen leben können, wenn wir erwarten würden, dass es regnen könnte? Würden wir die Liebe nicht als was Wertvolleres ansehen, wenn wir wissen, dass sie nicht selbstverständliches ist und man ständig an ihr und auch an sich selbst arbeiten muss? Und bringt das Kind einen vielleicht nicht  bis an den Rand der Verzweiflung, wenn man weiß, dass seine Stimmung jeder Zeit umschwenken kann und es in seinem kleinen Leben noch soviel entdecken, lernen und begreifen muss?

„Erwarte nichts. Heute: Das ist dein Leben“ (Kurt Tucholsky)

Da Erwartungen aber nun mal zum Leben gehören, ist es hilfreich, wenn wir uns immer wieder bewußt werden, was Erwartungen mit uns selbst und mit denen machen, die unsere Erwartungen spüren!

Erwartungen blockieren und oft und lassen uns nicht frei leben. Denn sie lassen uns den Lauf der Dinge nur schwer oder gar nicht akzeptieren. Fang heute damit an, loszulassen! Schreib dir alle deine Erwartungen im Bezug auf dich, auf andere, deinen Job und die Welt auf. Fang jetzt damit an, viele von ihnen abzulegen!

 

„Stets findet Überraschung statt. Da, wo man´s nicht erwartet hat.“ – Wilhelm Busch-

Alles Liebe,

Dani

 

 

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